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Nationalsozialismus

Zwangsarbeit

Nationalsozialismus
 

Wie viele andere Unternehmen, die in die nationalsozialistische Wirtschaft eingebunden waren, beschäftigte Siemens während des Zweiten Weltkriegs eine große Zahl von jüdischen Zwangsarbeitern sowie von Fremd- und Zwangsarbeitern, die in den von der Wehrmacht besetzten Ländern Europas angeworben beziehungsweise zwangsverpflichtet worden waren. Der größte Teil der Zwangsarbeiter war in den ausgedehnten Fertigungsstätten der Siemensstadt eingesetzt ‒ im Schaltwerk, im Dynamowerk, im Kabelwerk Gartenfeld sowie in den Wernerwerken.

Ihre Unterbringung erfolgte teilweise in privaten Unterkünften, zum größten Teil jedoch in sogenannten Gemeinschaftslagern in Siemensstadt und der näheren Umgebung. Traurige Berühmtheit erlangte in diesem Zusammenhang das von der SS geleitete Lager „Haselhorst“, zwischen dem Schaltwerk und der Paulsternstraße gelegen. Verpflegung, Behandlung und Lebensbedingungen waren dort besonders schlecht. Der Höchststand der bei Siemens eingesetzten Zwangsarbeiter belief sich im Sommer 1943 insgesamt auf rund 52.000 Menschen.

Siemens hat in der Vergangenheit immer wieder tiefes Bedauern über diese Vorgänge bekundet und sich zu seiner moralischen Verantwortung bekannt. Das Unternehmen richtete 1998 einen Entschädigungsfonds ein und war im Jahr 2000 eines der Gründungsmitglieder der Bundesstiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“. Heute fördert Siemens den Dialog zwischen überlebenden Zeitzeugen und Auszubildenden und unterstützt Projekte von Gedenkstätten.

 

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