Ausstellung

Hausordnung

Vorschriften

Hausordnung
 

Selbstverständlich gab es auch im neuen Verwaltungsgebäude eine Hausordnung. Sie war Teil des Arbeits- beziehungsweise Anstellungsvertrags. Darin war u. a. festgelegt, dass die Angestellten das Gebäude nur durch das Südportal an der Nonnendammallee betreten oder verlassen durften. Die Benutzung des Ostportals am Rohrdamm hingegen war ausschließlich den Mitgliedern der Direktion und des Aufsichtsrats sowie Geschäftspartnern vorbehalten.

Die Angestellten durften den Direktionsbereich unaufgefordert nicht betreten; die dorthin führenden Treppen und Aufzüge waren für sie gesperrt. Zusätzlich wurden die Aufzüge von Fahrstuhlführern kontrolliert. Ohnehin waren den Mitarbeitern, die keine Führungskräfte waren, Aufzugsfahrten nur mit besonderer Genehmigung gestattet – in solchen Fällen hatten sie dann den Paternoster zu benutzen. „Laufburschen“ und „Laufmädchen“ mussten Treppen steigen.

Die Hausordnung schrieb ferner vor, dass alle notwendigen Gänge im Hause „rasch und ohne Aufenthalt“ zu erledigen waren. „Jedes unnötige Verweilen auf den Fluren und Treppen, besonders das Herumstehen und langsame Gehen, [...] laute Unterhaltung, ruhestörendes und ungehöriges Benehmen wie Laufen, Rufen, Singen, Pfeifen” waren verboten.

Wenn jemand seinen Arbeitsplatz verlassen musste, hatte er zuvor die Erlaubnis des jeweiligen Bürovorstehers einzuholen. Diese hatten auch „auf ihre Angestellten erzieherisch einzuwirken [...] und für gute Ordnung zu sorgen“. Ob auch eine Genehmigung für einen Toilettengang erforderlich war, geht aus der Hausordnung von 1918 nicht hervor. In ihr ist jedenfalls bei der „Benutzung der Abortanlage auf tunlichste Sauber keit zu halten” und mit dem „Gebrauch des auf Kosten der Firma gelieferten Rollenpapiers sparsam zu verfahren“.