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Arbeitsräume

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Arbeitsräume
 

Das Verwaltungsgebäude war noch nicht fertiggestellt, als im März 1914 etwa 3.000 Beschäftigte ihre Arbeit aufnahmen. Das Haus mit seiner Gesamtnutzfläche von fast sieben Fußballfeldern war als reines Bürogebäude konzipiert. Es besaß alle zeitgemäßen bürotechnischen, kommunikativen, sozialen und sicherheitstechnischen Einrichtungen.

Auf den Büroetagen befanden sich − zusätzlich zu einigen Großraumbüros und Zeichensälen − kleinere Büros für leitende Angestellte, große Arbeitsräume für verwaltungstechnische und kaufmännische Belange sowie die Kundenbetreuung. Konferenzräume, Büromittellager, eine Druckerzentrale, ein zentraler Postein- und -ausgang, eine Telegrammaufnahme, eine Telefonzentrale für hausinterne Gespräche, eine Fernsprech-Vermittlungsstelle für externe Verbindungen, eine Fernschreiberzentrale sowie Räume für haustechnische Anlagen ergänzten das Raumangebot.

Zahlreiche Räume waren über das Haus-Telefonnetz und durch ein Haus-Rohrpostnetz verbunden. Personenaufzüge, Paternoster (im Siemens-Jargon „Beamtenbagger“), ein ausgeklügeltes System von Haupt- und Nebentreppen sowie ein insgesamt sieben Kilometer langes Korridorsystem verbanden alle Räume des Verwaltungsgebäudes miteinander.

In den großen Sälen arbeiteten bis zu 100 Menschen an teils einfachen, hölzernen Gemeinschaftstischen bei − für heutige Verhältnisse − spärlicher Arbeitsplatzbeleuchtung. Komfort und Einzelzimmer sowie Räume mit gediegener Ausstattung blieben dem Vorstand, der Direktion, Bevollmächtigten, Prokuristen und dem Besucherempfang vorbehalten.

Das Gebäude war für 3.000 Menschen geplant, bald arbeiteten hier 4.000 Personen − im Zweiten Weltkrieg sollen es zeitweilig sogar 6.000 gewesen sein. Bereits in den 1970er Jahren verschwanden die Säle; heute sind die Arbeitsplätze zeitgemäß ausgestattet und tragen den individuellen Wünschen der Mitarbeiter Rechnung.

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